Verfasst von: skategyrl | 07/07/2012

Ich habe Finger, also zocke ich

Ich zocke für mein Leben gern. Und ich bin eine Frau. Nach dem Empfinden der meisten Leute ist das ein Widerspruch. Ich verstehe echt nicht, wieso.  Einerseits hält sich hartnäckig das Gerücht* dass Frauen nicht gerne Video-/PC-Spiele spielen (oder allerhöchstens mal Casual Games auf dem Handy oder bei Facebook). Andererseits sehen sich Frauen, die sich in der Gamer-Szene professionell hervortun und/oder mit dem Thema Sexismus in Games auseinandersetzen, bestenfalls Unverständnis und schlimmstenfalls massivsten Hassreaktionen und Schmutzkampagnen ausgesetzt (zB hier und hier).

Von der möglichen Abschreckung durch Sexismen in Games und (Online-)Gamer-Communities mal abgesehen (auf die ich hier nicht näher eingehen werde) fällt mir absolut kein Grund ein warum Mädchen/Frauen weniger zocken sollten als Jungs/Männer. Ich weiss ja nicht mit welchen Körperteilen ihr so eure Controller und Tastaturen bedient, ich nehme dazu jedenfalls die Finger, und die sind soweit ich weiss bei Männlein und Weiblein gleich…

Seit ich 8 Jahre alt bin zocke ich. Am PC, auf der PlayStation, auf dem DS.

Hier mal eine kleine Auswahl der Games die ich über die Jahre am Exzessivsten gespielt habe: Lemmings, Simon the Sorcerer, Rayman, Monkey Island, Oddworld, Myst, Caesar 3, Unreal Tournament, The Sims, Half-Life, Portal, Tomb Raider, BioShock, Kingdom Hearts, Final Fantasy, Prince of Persia**, Resident Evil, Alice, ICO, Shadow of the Colossus, Okami, ObsCure, Professor Layton, Edna bricht aus, Left 4 Dead, Uncharted, Little Big Planet. Wie ihr sehen könnt, ist da an Genres so ziemlich alles*** dabei, von Jump n Run, RPG, Rätselgames und Adventures bis Survival Horror und Shooter.

Ich zocke weil es einfach Bock macht. Und ich freue mich schon wie Bolle auf die diesjährige GamesCom, auf die Releases von Last Guardian und BioShock Infinite, und auf die ganzen neuen Spiele die ich in Zukunft zocken werde.

Und das letzte Wort möchte ich meinen Zocker-Kolleginnen überlassen mit ihrem genialen Gamer Girl Manifesto:

* wie es zB heute mal wieder zu sehen bzw hören war in einem extrem schrecklichen Beitrag von @DRadiowissen. Die @femgeeks planen meines Wissens haben dazu hier noch einen längeren Kommentar geschrieben, ansonsten lest nach was zB @hanhaiwen, @Lotterleben und @puzzlestuecke dazu geschrieben haben.

** das alte Prince of Persia und die 3+1 Teile der Sands of Time-Reihe, kommt mir bitte nicht mit diesem Celshading-Comic-Gedönse!

*** was mich dagegen nie wirklich gereizt hat sind Strategie-, Sport- und Rennspiele, aber das ist einfach mein persönlicher Geschmack. Games wo man die Weltkriege etc realistisch nachspielt finde ich aus moralischen Gründen zweifelhaft. Das einzige was ich wirklich verabscheue sind Casual Games. Don’t get me started on Casual Games! ;)

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Responses

  1. Ganz ehrlich, ich verstehe es nicht. Es geht nicht in meinen Kopf, warum Computerspiele Anlass für unglaublich dämliche sexistische Äußerungen sein können.

    Ich bin damit aufgewachsen, daß Mädchen ebenso wie Jungs Spaß an Computerspielen haben. Meine kleine Schwester hat mich bei Pong (ja, ich bin alt. ^^) ständig besiegt. Als Kindergartenkind. Beim Spiel Spindizzi zeigte sie eine ebenso enorme Begeisterung wie Geschick. Es ging darum, mit viel Fingerspitzengefühl am Joystick einen sich träge verhaltenden Kreisel über ein Parcours zu lenken lenken und Dinge einzusammeln. Sie bespielte Levels, die ich niemals erreicht habe.

    In meiner Schulklasse gab es Mädels, die Spiele für den C64 untereinander getauscht haben. Ok, ich hatte einen Schneider CPC, aber das ist eine andere Geschichte…

    Als ich älter wurde, habe ich das Interesse an Spielen verloren. Aber meine Liebste spielt. Vor allem im Herbst / Winter. Mit so viel Inbrunst, daß ich manchmal befürchtete, die Symbiose zwischen ihr und ihrem Rechner sei nicht mehr rückgängig zu machen. Naja, das war jetzt ein wenig übertrieben, aber wenn sie spielt, dann ist sie nicht ansprechbar und vergisst alles um sich herum.

    Nochmals: Ich verstehe es nicht. Warum auch sollten Computerspiele eine Männerdomäne sein? Ich sehe einfach kein Problem. Nirgends. Ich sehe aber ein unglaublich beschränktes Welt- und Frauenbild bei jenen, die über spielende Frauen herziehen.

    • Schön dass du das auch nicht nachvollziehen kannst :)
      Die Leute die solche sexistischen Kommentare ablassen sind sicherlich zu grossen Teilen auch homophob und rassistisch. Allround-Arschlöcher halt. Aber was mich richtig traurig macht ist wie viele „normale“ Leute das einfach stillschweigend tolerieren.

  2. […] schreibt auf ihrem Blog, warum sie gerne spielt und verlinkt dabei noch ein tolles “Gamer Girl […]

  3. Ich habe auch ganz viel davon gespielt (zusätzlich sogar Sport & Casual Games) und unterschreibe deinen Artikel aus vollstem Herzen! <3


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