Verfasst von: skategyrl | 19/07/2012

Tag 4 der Nerd-Woche: Was macht ein Nerd im Wald? Geocachen!

Den typischen Nerd stellt man sich ja gemeinhin so vor dass er oder sie den ganzen Tag vor dem Computer hockt und Sonnenlicht und frische Luft meidet soweit es geht. Einige mögen damit auch völlig zufrieden sein, aber ich für meinen Teil bin aber als Kind immer viel draussen gewesen und vermisse es jetzt manchmal, einfach mal ein bisschen in Wald und Wiesen herumzustromern und mehr oder weniger reale Abenteuer zu erleben. Spazierengehen ist dafür einfach kein Ersatz.

Aber zum Glück gibt es jetzt ein Hobby das es Nerds erlaubt, auch mal die Natur zu erkunden: Geocaching. Das ist eine Art Schnitzeljagd, deren Ziel es ist, einen versteckten „Schatz“, meist eine Tupperdose oder ein Filmdöschen, aufzuspüren und sich dann im Logbuch zu verewigen, als Beweis dass man den Cache gefunden hat. Auf der Internetseite geocaching.com sind alle Caches aufgelistet und dort trägt man sich nach dem Fund auch nochmal ins Logbuch ein. Einige Leute sammeln Finds wie Trophäen und haben schon Tausende Caches geloggt. Manche wollen auch gerne die ersten sein die einen neuen Cache loggen (das nennt man FTF – „first to find“). Der eigentlichen Reiz am Cachen liegt für mich aber im Suchen und Entdecken ansich. Die Dosen selbst enthalten meist keine wirklichen Wertgegenstände, dafür aber kleine Schätzchen zum Tauschen, wie Murmeln oder anderes Spielzeug. Ich bin auf diese Weise auch schon an einen Subway-Gutschein und einen argentinischen 1000-Peso-Schein gekommen.

Seit 2000 existiert das Geocachen in seiner modernen Form mit GPS und hat sich schon auf alle Kontinente verbreitet*, davor gab es schon mehrere ähnliche Varianten die aber auf Karten oder Wegbeschreibungen setzten um ans Ziel zu gelangen. Die traditionelle Variante (dass man einfach die Koordinaten gegeben hat und die Dose nur noch finden muss) ist immernoch weit verbreitet, jedoch sind mittlerweile noch viele spannendere Variationen dazugekommen. Der Multi-Cache zB entspricht am Ehesten der klassischen Schnitzeljagd und besteht aus mehrere Stationen, an denen man meist irgendeine Frage beantworten muss um zur jeweils nächsten Station zu finden. Für einen Mystery-Cache muss man dagegen schon im Vorfeld ein mehr oder weniger schweres Rätsel knacken und weiss dann erst wo man überhaupt hinmuss. Oft führen einen die Caches an besondere Orte, zB historische Punkte in der Stadt oder schöne Plätze in der Natur, die man sonst nie finden würde.


Selten aber besonders aufregend sind die Nacht-Caches. Diese sind meist mit grossem Aufwand in einem Waldstück aufgestellt und funktionieren nur bei Nacht, wie der Name schon sagt. Dabei kommen kleine Reflektoren zum Einsatz, die den Weg markieren, aber auch technische Spielereien wie Lichtsensoren die man mit der Taschenlampe aktivieren muss. Oft sind diese Caches besonders liebevoll gestaltet und erzählen eine tolle Geschichte. Überhaupt besteht die Geocaching-Community aus vielen, vielen Menschen aus allen Altersgruppen die, einfach aus Spass an der Freude, viel Zeit und Geld aufwenden um die Caches zu verstecken. Bei Problemen oder Fragen findet man als Anfänger dementsprechend auch immer freundliche Leute die einem helfen.

Die grösste Hürde um mit dem Cachen anzufangen ist natürlich dass man ein GPS-Gerät braucht, das in der Anschaffung mal eben 150-200 EUR kosten kann (ansonsten ist das Cachen aber kostenlos!). Aber vielleicht kennt ihr ja jemanden der/die ein GPS besitzt, und wenn nicht ist ja mittlerweile in so gut wie jedem Smartphone ein GPS-Empfänger verbaut.

Also, ich kann das nur empfehlen, wenn ihr das noch nie probiert habt, meldet euch bei geocaching.com an, schnappt euch ein paar Freunde, zieht die Wanderstiefel an und legt los! Aber Achtung: Achtet immer darauf dass ihr nichts kaputtmacht (im Wald bitte auf den Wegen bleiben und nicht querfeldein laufen), und lasst euch nicht von Muggeln** beobachten wenn ihr den Cache hebt, denn sonst wird die Dose noch geklaut oder zerstört. Viel Spass!

*sogar auf der ISS liegt mittlerweile ein Cache
**Muggel nennt man Nicht-Cacher bzw Nicht-Eingeweihte

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