Verfasst von: skategyrl | 29/07/2012

Ein Film, ein Buch: „Contagion“ und „The Selected Works of T.S. Spivet“

Heute möchte ich euch in einer neuen Blog-Kategorie „Ein Film, ein Buch“ jeweils ein Exemplar selbiger vorstellen. Ansich haben die beiden nichts miteinander zu tun, sie haben aber gemeinsam dass sie besonders (aber nicht nur) für wissenschaftlich interessierte Menschen spannend sind.

Ein Film: Contagion (2011)

Bewertung: 6.8 von 10 bei imdb.com

„Contagion“ stellt den Verlauf einer weltweiten, tödlichen Epidemie dar, und zwar meiner Meinung nach absolut realistisch. Plötzlich taucht ein neues Virus auf das die Menschen wie die Fliegen dahinrafft, und das das Leben der diversen Hauptfiguren auf einen Schlag verändert. Da ist die Geschäftsfrau (Gwyneth Paltrow) die in Hongkong eine Reihe von Personen ansteckt und so die Kette von Ereignissen ans Laufen bringt. Da sind die Leute vom amerikanischen CDC (Kate Winslet, Lawrence Fishburne) die Tag und Nacht arbeiten um das Virus zu identifizieren und einzudämmen. Da ist der Familienvater (Matt Damon) der an einem Tag Frau und Stiefsohn verloren hat und nun verzweifelt versucht in dem Chaos seine Tochter beschützen. Da ist die WHO-Mitarbeiterin (Marion Cotillard) die als Geisel genommen wird um für ein kleines chinesisches Dorf Impfstoffe zu erpressen. Und da ist der Homöopathie-Spinner (Jude Law), der lange vor allen anderen Journalisten die Tragweite der Ereignisse erkennt und auf seinem Blog mit Lügen und Verschwörungstheorien die wachsende Panik noch weiter anfacht.

Der Film (bei dem übrigens Steven Soderbergh Regie führte) setzt dabei nicht auf Drama und Knalleffekte, sondern erzählt alles sehr nüchtern, fast dokumentarisch, was der Spannung aber überhaupt keinen Abbruch tut weil die Ereignisse für sich selbst schon dramatisch und beklemmend genug sind.

Die wirklichen Helden dieses Films sind die Wissenschaftler, die ihre Karriere und teilweise ihr Leben aufs Spiel setzen um die Seuche zu stoppen. Zum Beispiel ist da der Virologe der seine Anweisungen missachtet und letztendlich den entscheidenden Durchbruch im Kampf gegen das Virus erzielt, oder die Medizinerin die den ersten Impfstoff an sich selbst testet um die Zulassung des Mittels zu beschleunigen.

Fazit: „Contagion“ ist ein intelligenter, spannender Wissenschafts-Thriller und absolut sehenswert. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, kann sich noch den Trailer anschauen:

 

Ein Buch: The Selected Works of T.S. Spivet (aka Die Karte meiner Träume) von Reif Larsen

Bewertung: 3.9 von 5 Sternen bei amazon.de

Der Roman mit dem etwas sperrigen Titel „The Selected Works of T.S. Spivet“ wird erzählt aus der Warte von einem begabten Nachwuchswissenschaftler mit dem nicht weniger sperrigen Namen Tecumseh Sparrow Spivet (kurz T.S.), der auf einer winzigen Farm in Montana lebt. Schon sein ganzen Leben zeichnet T.S. wie ein Besessener von allem Karten und Illustrationen, sei es ein winziger Käfer, die menschliche Mimik, oder der Weg zum nächsten McDonalds-Restaurant.

Die Familie Spivet wird anhand von vielen amüsanten und anrührenden Anekdoten charakterisiert. Seine ständige Neugier und Begeisterung für die Wissenschaft hat T.S. von seiner Mutter geerbt, die sich oft tagelang in ihrem Arbeitszimmer einsperrt um an ihrem Buch über einen seltenen Käfer zu schreiben. Der Vater hingegen ist ein wortkarger Vollblut-Farmer der sich in die gute alte Zeit des Wilden Westens zurücksehnt.

Die Geschichte beginnt damit dass T.S. einen Anruf vom renommierten Smithsonian-Institut bekommt in dem ihm mitgeteilt wird dass er für seine Illustrationen einen Forschungspreis inklusive Stipendium gewonnen hat und zur Verleihung nach Washington, D.C. eingeladen ist. T.S. entscheidet sich natürlich dorthin zu fahren, dabei gibt es nur ein kleines Problem: Er ist erst 12 Jahre alt.

T.S. traut sich nicht einmal, seinen Eltern davon zu erzählen, sondern packt einfach seinen Koffer und klettert kurzerhand auf einem Zug der nach Osten fährt. So beginnt eine abenteuerliche Odyssee durch Nordamerika, die teilweise etwas planlos wirkt, die aber trotzdem fesselt. Und nebenher erfährt er noch etwas über seine Ururgrossmutter, die als erste Geologin den Westen der USA mit kartiert hat.

Passend zum Thema ist das Buch mit einem breiten Rand versehen (daher das fast quadratische Format), und beinahe jede Seite ist liebevoll mit Skizzen, Illustrationen und Anmerkungen versehen die einen beim Lesen in den Verstand von T.S. blicken lassen, der nie stillsteht sondern über Assoziationen ständig von einem Gedanken zum nächsten springt. Diese Randnotizen stören aber meiner Meinung nach gar nicht den Lesefluss sondern machen das Buch zu einem ungewöhnliche Leseerlebnis.

Fazit: Ich fand das Buch einfach super. Der Autor hat die fundamentale Begeisterung für Wissenschaft in eine merkwürdige aber rührende Geschichte verpackt. Wem das eventuell zu trocken werden könnte, der/die sollte aber vielleicht lieber auf die Verfilmung warten.

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