Verfasst von: skategyrl | 18/11/2012

Ein Film, ein Buch: „Blood Tea and Red String“ und „Der Nachtzirkus“

Es ist mal wieder soweit, ich möchte euch einen Film und ein Buch vorstellen mit denen ihr die dunklen Wintermonate die vor uns liegen durchstehen könnt.

Blood Tea and Red String (2006)

Ich möchte wetten dass die allermeisten von euch noch nie von diesem Film gehört haben werden, geschweige denn ihn gesehen haben. Mir ist er auch nur zufällig bei Arte über den Weg gelaufen, aber er ist so (alp-)traumhaft schön dass er mich danach nie wieder losgelassen hat. Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen.

„Blood Tea and Red String“ ist ein in aufwändiger Handarbeit von Christiane Cegavske produzierter Stop-Motion-Animationsfilm. Die Künstlerin hat zwölf Jahre lang an diesem Film gearbeitet und dabei alles selbst gemacht, vom Drehbuch über die selbstgenähten Puppen bis hin zur eigentlichen Animation. Nur die traurig-schöne Flötenmusik wurde von jemand anderem, nämlich Mark Growden, beigesteuert.

Ich will jetzt gar nicht viel über die Handlung verraten, nur dass es ein bittersüsses Märchen ist das komplett ohne Sprache auskommt. Die Bilder sind schlicht, aber gleichzeitig berauschend und manchmal fast verstörend. Der Film zieht einen förmlich in die Märchenwelt hinein, wobei man sich nie ganz sicher ist ob es ein Traum oder ein Alptraum ist. Tut euch den Film einfach mal an und erzählt mir wie er euch gefallen hat.

Der Nachtzirkus (The Night Circus) von Erin Morgenstern

Das Buch würde ich ebenso als traumhaft/verträumt und bittersüss bezeichnen. Das Besondere an diesem Zirkus ist nicht nur dass er nur nachts auftritt, sondern dass es darin echte Zauberer gibt, die aber ihre Magie nicht offen vorführen sondern als geschickte Zaubertricks tarnen. Dadurch dass die Magie so subtil verborgen ist finde ich sie fast noch reizvoller als die exzessive Zauberei zB bei Harry Potter (nichts gegen Harry Potter).

Es geht in der Haupthandlung um zwei Waisenkinder, ein Mädchen und einen Jungen, die jeweils von einem Magier in die Lehre genommen werden und gegeneinander im Wettstreit antreten müssen, wobei die Regeln dieses Wettkampfes nie wirklich klargemacht werden und sie sich zu Beginn nicht einmal kennen. Über die Jahre interagieren sie indirekt miteinander und inspirieren sich sogar gegenseitig, indem sie im Nachtzirkus auftritt und er im Hintergrund neue Attraktionen für entwirft. Wie man sich denken kann, begegnen sie sich aber doch irgendwann und verlieben sich, was ihren jeweiligen Lehrmeistern natürlich gar nicht in den Kram passt da es den Wettkampf in Gefahr bringt…

Die junge Autorin hat mit ihrem Erstlingswerk eine erstaunlich detaillierte Welt und eine Reihe interessanter Charaktere erschaffen, die unglaublich lebendig wirken. Es überrascht mich nicht dass darum gerade ein ziemlicher Hype entsteht, und ich finde ihn durchaus verdient. Ich für meinen Teil werde dieses Buch jedenfalls dieses Jahr zu Weihnachten fleissig verschenken. Ausnahmsweise kann ich sogar die deutsche Übersetzung voll empfehlen, die wirklich gut gemacht ist. Eine Verfilmung ist übrigens auch schon in Arbeit.

***

P.S., wenn ihr die letzten Beiträge verpasst habt wo ich Filme und Bücher vorgestellt habe, hier sind nochmal die Links:

„Contagion“ und „The Selected Works of T. S. Spivet“

Zombies! In deinem Bücherregal!

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