Verfasst von: skategyrl | 19/04/2014

Schöne(re) Feiertage

Prolog

Zwei Kolleginnen unterhalten sich im Büro.
„Und, hast nimmst du dir über Ostern freigenommen?“
„Nee, dieses Jahr nicht, ich spare mir den Urlaub lieber auf für wenn das Wetter besser ist und mach dann ein richtig schönes langes Wochenende. Und du?“
„Ach, die Kinder haben ja eh Ferien, deswegen haben wir uns entschieden uns beide freizunehmen und ein paar Tage zu den Eltern meiner Frau zu fahren. Die sind halt noch ein bisschen altmodischer und veranstalten mit den Kindern so Sachen wie Eier bemalen und Schokoeier suchen. Ob die Kinder mit in die Kirche gehen, können sie aber selber entscheiden. …Aber, sitzt du dann an Karfreitag nicht ganz alleine im Büro? Ist das nicht etwas einsam?“
„Nein, überhaupt nicht. Es haben ja nur etwa die Hälfte der Abteilung frei, und ich finde es auch mal ganz schön wenn es etwas ruhiger ist, dann kriege ich viel mehr geschafft. Also, dann wünsche ich dir schöne Feiertage!“
„Danke, und dir wünsche ich frohes Schaffen, bis nächste Woche!“

 

Was ich hier dargestellt habe, ist eine Utopie, zumindest nach meiner Vorstellung. Es wären aber nur ein paar kleine Änderungen nötig, um sie in die Realität umzuwandeln. Wir müssten nur alle gesetzlichen Feiertage (bis auf Silvester/Neujahr) abschaffen und allen Arbeitnehmer_innen stattdessen die entsprechende Anzahl an zusätzlichen Urlaubstagen zusprechen, die sie sich frei einteilen könnten. Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich eine bundesweit einheitliche Regelung durchsetzen. Wer dann immernoch ganz klassisch die christlichen Feiertage begehen möchte oder Karneval feiern usw. kann das weiterhin tun, aber die anderen wären nicht mehr daran zwingend gebunden.

Die Folge wäre dass alle mehr Entspannung hätten, und dass die Menschen jeweils nach ihrer Fasson leben könnten, statt dass einige „Toleranz“ einfordern dafür dass sie anderen ihre Vorschriften und Verbote diktieren. Die Wirtschaft würde sich auch freuen dass die vielen unproduktiven Tage im Jahr passé sind, und es gäbe kein Verkehrschaos mehr an langen Wochenenden.

Aber dafür müsste die Gesetzgebung mal ein bisschen mehr für die Trennung von Staat und Kirche tun. Ihr wisst ja, religion is like a penis.

 

Epilog

Zwei Kollegen unterhalten sich im Büro.
„Guten Morgen! Oh, du siehst aber fertig aus. Schlecht geschlafen?“
„Ja, ich wurde um sieben von Kirchenglocken geweckt.“
„Was, von Kirchenglocken?! Wie geht das denn?“
„Mein Nachbar ist halt schon ein bisschen schwerhörig und stellt sein Kirchen-Empfangsgerät immer viel zu laut ein. Er hat sich aber schon entschuldigt.“
„Achso. Moment, ist das etwa der Nachbar, der deine Frau so fies beleidigt hat wegen ihrer Hautfarbe?“
„Ja genau der, aber seit er für drei Monate in Therapie war, ist er ein ganz neuer Mensch. Er ist jetzt richtig nett.“
„Na das ist ja super. Kaffee?“
„Gerne.“
„Und, hast du’s schon mitbekommen? Die Katholiken haben schon wieder einen neuen Papst.“
„Ach, echt? Kam nix drüber in den Nachrichten.“

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